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1.2 Zielsetzung der Arbeit 1995 stellte Ralf Hetzel seine Doktorarbeit am Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg Unversität Mainz fertig. In dieser hauptsächlich strukturgeologischen Arbeit ging es um folgende Fragen: - Spielte Extensionstektonik während der Alpinen Entwicklug des Menderes Massiv eine wichtige Rolle ? Wenn ja: - Wie alt ist die Extension im Menderes Massiv und wie ist Geometrie und Kinematik der Extensionsdeformation? - Welche Beziehungen bestehen zwischen metamorphen Bedingungen, duktiler Deformation und spröder Grabenbildung? - Welche Aussagen können über die der Extension vorausgegangen Alpidischen Krustenverdickungen gemacht werden? - Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Menderes Massiv und dem Attisch Kykladischen Kristallinkomplex? Das Arbeitsgebiet von Ralf Hetzel befand sich im zentralen Ödemis Submassiv (Abb: 1-3) des Menderes Massiv. Im Norden schließt sich der Gediz Graben, im Süden der Kücük Menderes Graben an. Beide Grabensysteme werden durch mehrere 100 Meter mächtige Verwerfungszonen begrenzt. Zwischen den beiden E-W verlaufenden Gräben liegt das Massiv des über 2000 Meter hohen Boz Dag (Berges), der den höchsten Punkt im Menderes Massiv bildet. Im Kapitel 5 seiner Arbeit behandelte Ralf Hetzel die metamorphen Bedingungen der Gesteine der Deckserie, der pelitischen Kernschiefer und des migmatitischen Gneis. Aufgrund der räumlichen Verteilung metamorpher Minerale im Arbeitsgebiet und der Auswertung von Dünnschliffen, neben Zuhilfenahme der Arbeit von Evirgen & Ashworth (1984), die in einem unmittelbar westlich gelegenen Arbeitsgebiet P-T-Bedingungen bestimmten, kam Ralf Hetzel zu folgendem Ergebnis. Die grünschieferfazielle Metamorphose der Deckserie liegt im Bereich von 350 bis 500°C, und 2 bis 4 kbar. Die amphibolitfazielle Metamorphose der pelitischen Kernschiefer liegt im Bereich von 450 bis 600°C, und 4 bis 6 kbar. Abb. 1-3: Arbeitsgebiet von Ralf Hetzel und die Lokalitäten der Probennahmen Das Fehlen von Muskovit, außer feinkörnigen, retrograden Körnern, in den migmatitischen Gneisen spricht für einen Metamorphosebereich jenseits der Reaktion: Muskovit+Quartz =Kalifeldspat+Sillimanit+H2O, und liegt somit bei ca 650 bis 750°C und 4 bis 6 kbar. Es bleibt offen, ob die Metamorphose in den Deckserien zeitgleich mit der Metamorphose in der Kernserie einherging. Aus den Gesteinsproben der pelitischen Kernschiefer, des Birgi Metagranites und der migmatitischen Gneise wurden Mikrosondenschliffe hergestellt, an denen ich weitere Abschätzungen der metamorphen Bedingungen vornehmen sollte. Die Aufgabenstellung dieser Diplomarbeit beinhaltet folgende Punkte: - Nach einer eingehenden mikroskopischen Untersuchung sollten mögliche Paragenesen des Mineralwachstums gefunden werden. - Die einzelnen Minerale der Paragenesen sollten mit der Mikrosonde analysiert werden, aufgrund dieser Mikrosondenanalysen sollten die Strukturformeln der Minerale berechnet werden. - Mit Hilfe des Programmes Ge0calc von Berman (1991) sollten die PT-Bedingungen quantifiziert und vor allem Ansätze für die Teil-PT-Pfade gefunden werden, bzw. die metamorphe Geschichte der einzelnen Einheiten sollte entziffert werden. - Handelt es sich bei den zu untersuchenden Einheiten um eine kohärente Abfolge, oder lassen sich Zeichen einer Inkohärenz finden ? |
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