| |
so stellt man sich ein Wörterbuch vor
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Ich finde dieses Wörterbuch völlig ausreichend, sowohl was die Anzahl der Stichworte betrifft (ein Wörterbuch kann natürlich nie "komplett" sein, und für wesentliche Lücken wurde noch kein Beispiel genannt), als auch die Erklärungen - ein Wörterbuch ist nun mal kein Lehrbuch! Dabei möchte ich anmerken, dass gerade in den Lehrbüchern die Begriffserklärungen oft mangelhaft sind. In Bahlburg/Breitkreuz sind die wichtigen Begriffe zwar durch Fettschrift wunderschön hervorgehoben, aber eine Definition sucht man vergeblich. Die genaue Bedeutung dieser Begriffe darf sich der Leser aus dem Kontext zusammenreimen.
Auch die Herkunft der Begriffe ist öfter bzw. genauer erklärt als in den Lehrbüchern. Z.B. "Aktualismus": "Als eigentlicher Vater des A. gilt Ch. LYELL (1830), der an die Arbeiten von J. HUTTON (1788), vor allem aber an die wichtigen Forschungen von C.E.A. von HOFF (1822) anschloss." In Press/Siever findet sich dagegen nur der Hinweis auf Hutton, in Bahlburg/Breitkreuz nicht mal das. Außerdem zeigt sich bei diesem Stichwort eine Stärke des Wörterbuchs, nämlich die vielen Querverweise, in diesem Fall u.a. auf Exzeptionalismus und Kataklysmentheorie. In den genannten Lehrbüchern kommen diese Begriffe überhaupt nicht vor. Warum Murawski sich im Vorwort für die Querverweise sozusagen entschuldigte, ist mir ein Rätsel.
Das Wörterbuch ist also, wenn auch kein Ersatz, so doch eine sinnvolle Ergänzung zu den Lehrbüchern. Und im Gegensatz zur Konkurrenz macht es einen vertrauenswürdigen Eindruck, denn es wurde von Geologieprofessoren verfasst.
Eine Rezension von Friedrich Volkmann "fkv1971" > Wien
vom 26. November 2006 |