Im Fadenkreuz des Schützenfischs. Die raffiniertesten Morde im Tierreich


 
Mörderische Verpackung - fesselnder Inhalt
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Im Fadenkreuz des Schützenfischs. Die raffiniertesten Morde im Tierreich (Gebundene Ausgabe) Dass unter Tieren die rauhe Natur des Fressens und Gefressenwerdens herrscht, ist ja nichts Neues und vielleicht ein Grund, warum der Autor sein Thema bereits auf dem Buchcover filmreif überhöht. Eine originelle Verpackung jedenfalls, die sich in mehr als 40 verblüffende Minikrimis entblättert: Geschichten über die Hannibal Lectors und Jack the Rippers aus der tiefen Fundgrube der Fauna. Und hier wird präzise aufgeklärt, mit Anekdoten garniert und vor allem: Szenerie eingesprengselt: Der Leser kriecht durch einen düsteren Tarantelbau, taucht in die Unterwasserdisco des schillernden "Tuntenfischs" oder steht im Anprall plötzlicher Romantik inmitten einer idyllischen Frühlingswiese - allerdings nur eine flüchtige Illusion vor dem schonungslosen Zoom zwischen die Grashalme.

Statt spröder Wissenschaftlichkeit schmückt der Autor teils dramaturgisch aus, wie die Dinge im Drehbuch des Tierreichs stehen; da geht er bis zur Gedankenwelt der Eidechse. Zugegeben, ziemlich menschlich, wenn Larven sich Sorgen machen, Glühwürmchen Verdacht schöpfen und überhaupt die scheinbar harmlosesten Tiere die Maske des kalkulierenden Mörders aufsitzen haben. Aber ob es sich nun um den grausamen Wolf dreht oder das Schaf, in dessen Pelz dieser steckt, geht es dem Regisseur bei seinen szenischen Ausflügen offenbar nur um Eines: dass wir kurz durch die dünne Haut seiner Tiere fühlen, bevor er zurück zur Welt des Faktischen schwenkt. Dorthin, wo aus der eben noch blutrünstigen Bestie wieder der rechtmäßige Jäger im Kreislauf des Lebens wird.

Auch nach Abschluss dieser Lektüre entlasse ich jeden Massen mordenden" Marienkäfer ohne jeden Groll aus der Wohnung in die Freiheit. Und blicke dem - gelegentlich - Fleisch fressenden Eichhörnchen im Baum vor dem Fenster nach wie vor entzückt ins Auge. Wer die spannende Krimi-Mélange mit einem Frontalangriff auf die Tierwelt verwechselt, bringt sich nur um den Spaß beim Lesen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 13. November 2008
Kundenrezensionen:
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