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Hilfreich, aber altbacken
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Epigramme. (Taschenbuch) Ein Schulmann, ein Altphilologe, macht sich daran, ausgewählte Gedichte Martials für Studenten und Lehrer zu kommentieren. Ein lobenswertes und auch lehrreiches Unterfangen. Wie der Herausgeber Walter noch schreibt, war ihm "Vieles an Sekundärliteratur...fern jeglicher Universität nicht zugänglich",dennoch hat er Vieles zusammengetragen, was hilfreich sein kann, einige der heute oft dunkel erscheinenden Epigramme aufzuhellen. Wie er das tut, erinnert allerdings oft an seine Vorgänger längst vergangener Zeiten: er kann mit seiner subjektiven Meinung oft nicht hinter dem Berg halten, es fällt ihm schwer, einfach nur zu erklären, nein, er muss einfach werten, er entdeckt Martials "schönstes Epigramm" (ohne einen Zusatz "meiner Meinung nach"), er hält eine Nachdichtung Lessings für "flach", und, als Höhepunkt, geht ihm, der eintausendneunhundert Jahre nach Martial geboren ist, das unwiderstehliche Licht auf, daß der Dichter "sich auch in diesem Epigramm als ein hervorragender Kenner der stadtrömischen Szene" erweist. Ich frage mich, wie viele Weinchen Walter wohl damals mit den Zeitgenossen gekippt hat, um sich heute solche Urteile zu genehmigen. Ein insgesamt hilfreiches Buch mit dem leichten Beigeschmack, es habe sich wieder einmal ein Lateiner selbst für schlauer gehalten als den Autor, den er kommentiert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. November 2003 |