Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen. Die Geschichte der Shirin-Gol. (Taschenbuch)
von Siba Shakib


 
Rezensionen:
Irgendwann schlugen in dem abgelegenen Bergdorf, in dem Shirin-Gol lebte, die ersten Raketen ein. Die Russen. Erst waren es die Engländer, sagte Shirins Vater, die ein Auge auf unsere Frauen und Töchter geworfen hatten, unsere Religion beschmutzten und den Boden verunreinigten, nun also die Russen. Der Vater zieht mit den ältesten Söhnen in die Berge, schließt sich den Mudschahidin an. Shirin sollte ihn nie wieder sehen. Raketeneinschläge und Bombenexplosionen untermalten das künftige Leben der jungen Frau fortan wie eine düstere Begleitmusik.

Der iranischen Filmemacherin Siba Shakib treibt es Zornestränen in die Augen, als sie in einem UN-Übergangslager für afghanische Rückkehrer die Geschichte der Frau in der Burka zu hören bekommt. Freimütig berichtet Shirin, wie russische Soldaten damals ins Dorf drangen. Man wusste, was sie wollten. Shirins Schwestern stellten sich zur Verfügung. "Russen schlitzen" nannten sie es, wenn sie danach einen von ihnen töten konnten. Die Vergeltungsmaßnahmen der Russen, Vergewaltigungen und Hinrichtungen -- zu ungeheuerlich, um hier wiedergegeben zu werden.

Der "Süßen Blume", wie Shirins Name übersetzt lautet, gelang schließlich die Flucht aus ihrem zerstörten Dorf nach Kabul. Dort erwartete sie die Russenschule. Bildung und Wissen, erkennt Shirin, bieten eine Aussicht. Drei zerfledderte Bücher besitzt sie noch. Ein Anfang. Dann kamen die Taliban. Erneut diese ausgehungerten Männerblicke, diesmal gottesfürchtig und streng, ständig auf der Suche nach Verfehlungen, die sie mit Rutenhieben ahnden konnten. Macht, aus nichts geboren als purer Ohnmacht.

Nach der Zerschlagung des Taliban-Regimes schreien immer mehr Frauen ihren jahrelang unterdrückten Schmerz hinaus. Ein weiterer erschütternder Leidensbericht stammt von Latifa. Nach Lektüre ihres weltweit erfolgreichen BuchsDas verbotene Gesicht, schleicht sich unwillkürlich ein fast kindlich naiver Gedanke ein: Wie wahrhaft tröstlich und sinnstiftend wäre ein Gott, der dieses geschundene Land und Menschen wie Shirin und Latifa, nicht nur zum Beweinen aufsuchte, sondern seine göttliche Macht handelnd einsetzte!--Ravi Unger-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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